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Einen Bericht über die Therapiestunde gibt es morgen, ich bin heute echt zu müde dazu und noch dazu gehts mir absolut bescheiden.
1.7.08 23:06


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Ich hab gestern recht schnell gemerkt, dass es nicht DIE wahnsinns Therapiestunde werden würde. Ich hatte da schon so ein Gefühl beim reinkommen.
Eigentlich ging es mir ja auch ganz gut, aber mein Therapeut meinte er wollte unbedingt was hören. Ja was will er hören? Er meinte dann ob ich mir keine Gedanken über die letzte Stunde gemacht hätte. Was für eine blöde Frage...natürlich doch irgendwie...aber nichts sinnvolles, was man irgendwie erwähnen könnte! Er meinte es sei aber wichtiger das ich rede, als wenn er mir Vorträge hält.
Irgendwann hab ich ihm an den Kopf geknallt, dass es mir schlechter geht im Moment und nicht besser. Da war die psychologische Seele befriedigt. Na wunderbar. Ich hab ihm von meinen Angstzuständen erzählt, z.B. vor großen Menschenmassen oder so. Er meinte dann: "Aber eine Panikattacke haben Sie noch nicht bekommen wenn sie draußen waren?" ich: "Nein!" er: "Keine Sorge, das kann noch kommen" ach ja prima. Wie nett.
Er hat mir dann erklärt, dass ich die letzten 2,5 Jahre seitdem ich die Krankheit habe damit verbracht habe, mir und meiner Umwelt etwas vorzulügen und allen heile Welt vorzuspielen. Und jetzt, seitdem ich in die Therapie gehe, würde ich selber erkennen, wie schlecht es mir geht und deswegen kämen jetzt die Ängste hoch. Das sei also ganz normal und wirklich schlechter würde es mir nicht gehen.
Fast im selben Satz sagte er dann noch, dass es mir auch gar nicht viel schlechter gehen könnte, da ich schon sehr nah am Abgrund stehen würde. Ach na prima, vielen Dank.
Wir redeten über meine Ängste und kamen auf meinen Autounfall leztes Jahr zu sprechen. Er war fassungslos. Zum einen meinte er, dass ich nach dem Unfall völlig falsch behandelt wurde, zum anderen war er entsetzt, dass ich erst nach 4 Monaten Therapie mit so etwas raus rücken würde. Und dann meinte er: "Haben Sie vielleicht noch mehr so Kleinigkeiten auf Lager?" Ich erwähnte den zweiten schlimmen Unfall von vor zehn Jahren, wo wir auf einem Bahnübergang vom Zug erfasst wurden.

Gegen Ende der Stunde sollte ich ihm spontan ein positives Erlebnis der letzten Zeit nennen. Mir fiel nichts ein. Also schwieg ich. Er ironisch: "So was spannendes...mensch wahnsinn" *g*

Nach der Therapiestunde gestern bin ich abends in ein SEHR tiefes Loch gefallen. Ich war aufgewühlt und kam mir alleine vor. Keiner kann es nachvollziehen. Weder mein Freund noch meine Eltern. Jeder gibt sich zwar Mühe, aber richtig nachvollziehen kann es keiner. Ich würde sagen ich hatte einen richtig depressiven Schub. Ich war also so fertig, dass ich das 1. Mal nach einer Sitzung kurz davor war mich zu schneiden aus Frust und unverstanden fühlen.

Ich setze mich im Moment auch total unter Druck. Auf der einen Seite merke ich, dass wir nicht wirklich weiterkommen mit der Therapie, auf der anderen Seite habe ich schreckliche Angst, dass wir die Therapie dann abbrechen.

Auch heute geht es mir noch nicht sooooo viel besser. Schlimme normale Welt eines Borderliners.
 

2.7.08 15:16


Mein ganzer Alltag besteht im Moment fast nur noch aus Depressionen und tiefen Löchern. Die Momente wo ich vergessen kann und glücklich bin. bzw. sorgenfrei, werden immer seltener. Ich hab auch die ganze Zeit das Gefühl, dass mir was fehlt. Ich hatte diese Woche Urlaub. Ok, wetter war super und was hab ich gemacht? Ich war grillen, ich war shoppen, ich hab ausgeschlafen. Und ansonsten? Nichts...morgen steht noch der TÜV an und ein Kinobesuch. Am Samstag und Sonntag dann wieder Tierheim und Montag geht die Arbeit wieder los. Klasse.

Mein Therapeut erzählt mir ja oft davon, dass er nachts um 4 oder 5 Uhr aufsteht, den Sonnenaufgang anguckt und in den Wald geht. Ich glaube er ist auch Jäger oder so was. Auf jeden Fall kennt er sich da echt gut aus. Das hört sich im ersten Moment sehr spleenig an, wenn er da sitzt und mir erzählt, dass er nachts um 4 uhr durchs Gebüsch kriecht und sich Rehe anguckt. Aber wenn ich so drüber nachdenke- vom Prinzip her kann ich schon verstehen warum er das macht und was er mir damit auch sagen will. Ich habe auch manchmal den Drang zu so "verrückten" Aktionen. Einfach rausfahren und im Auto mit nem Kaffee in der Hand von irgendeinem schönen Platz aus den Sonnenaufgang angucken. Oder einfach mal den Kühen oder Pferden auf der Wiese zuzugucken. Zu sehen wie alles langsam zum Leben erwacht. Das ist schon ein schöner Gedanke. Bis jetzt hab ich mich mit so was zurück gehalten, weil ich einfach hier zu Hause auf wenig Verständnis für so was stoßen würde.
Das ist es eben, ich werde in einen Alltag rein gepresst. Um 5:30 aufstehen, um 6:15 losfahren zur Arbeit, um 6:45 Fahrgemeinschaft treffen, um 7:30 Dienstbeginn, 12 Uhr Mittagspause, 16 Uhr Feierabend, um 17 Uhr zu Hause, danach Essen. Und das engt mich im Moment sehr ein.

Es ist alles sehr schwierig im Moment. Ich habe heute auf dem Weg zum Tierheim überlegt, ob ich lieber zu meinem Therapeuten fahren sollte. Der hat seine Praxis nur ca. 5km vom Tierheim entfernt. In dem Moment war mir danach. Ich hab mich so schwach gefühlt und wollte einfach nur noch weinen und das mir jemand zuhört der mich versteht.
ICH habe das Gefühl mein Zustand verschlechtert sich täglich. Und ich muss es doch wissen oder?

Ich bin dann aber doch ins Tierheim gefahren. Das Tierheim ist im Moment alles für mich. Dort denke ich - trotz der Nähe zur Praxis- nicht eine Sekunde an meine Krankheit. Da fühle ich mich gebraucht, da mache ich etwas sinnvolles, da wird meine Arbeit geschätzt. Wenn ich an meiner Ausbildungsstelle fehle, dann interessiert das keinen. Meine Arbeit ist ersetzbar. Mache ich sie nicht, macht sie jemand anders. Fehle ich aber im Tierheim, dann weiß ich, dass dort eine Kraft fehlt, dass ich plötzlich ein Loch hinterlasse. Das es Leute und Hunde gibt die auf MICH warten und nicht auf Frau Müller von nebenan. Die Tiere sind für mich alles. Und immer wenn mein Therapeut mich nach positiven Erinnerungen fragt, sind es die Tiere die mir einfallen.
Und genauso ein Tier vermisse ich in meinem Leben.

Und ich vermisse die guten Gespräche mit Oli. Ich kannte keinen mit dem man so schön lästern konnte, der aber auch so ernst sein konnte, der so viel zwischen den Zeilen lesen konnte wie er. Ich hoffe wirklich, dass nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub alles gut wird. Ich hoffe es. Gleichzeitig habe ich Angst vor dem Gespräch. Ich möchte ihm zeigen das es mir wirklich ernst ist, dass es mir leid tut und das ich mich geändert habe. Aber ich habe auch Angst, dass ich in Tränen ausbreche und somit wieder alles verbocke.

Manchmal denke ich: Man du bist 22....und wann fängst du an zu leben?

3.7.08 22:37


Nur ein Schnitt, nur ein Schnitt....es war als wenn meine Seele drum betteln würde.
In Tränen aufgelöst bin ich in mein Zimmer gegangen, hab die Hose hoch gekrempelt, hab die Haut am Oberschenkel straff gezogen und vier Mal richtig tief und intensiv geschnitten. Danach tief durchatmen, das Werk kurz angucken und halbwegs fangen. Oder auch nicht. Am liebsten ins Auto setzen, zur Praxis fahren und dort die erste sein die morgen früh an der Tür steht.

3.7.08 23:29


Und es war mal wieder so weit...

...ich hab mich heute Nachmittag mit meinem Freund getroffen. Es lag schon die ganze Zeit so was in der Luft, wir haben uns gegenseitig angenervt, bis es dann zum Streit kam. Wir haben uns ein paar nicht so nette Sachen an den Kopf geknallt und sind im Streit auseinander. Ich hab mich ins Auto gesetzt und bin mühsam beherrscht den1km bis nach Hause gefahren. Dort bin ich in mein Zimmer gestürmt, hab die Tür zugemacht und dann gabs kein Halten mehr. Rasierklinge und ab an den linken Oberschenkel. Als der voll mit Schnitten war, musste auch noch der rechte Oberschenkel dran glauben. Immer tiefer und doller. Als ich fertig war mit meinem "Werk", bin ich weinend auf dem Bett zusammen gebrochen. Ich wollte nichts mehr wie zu meinem Therapeuten. Er hatte gesagt ich soll ihn anrufen wenn es mir schlecht geht- egal ob nachts, Feiertags oder am Wochenende. Aber ich bin niemand der um Hilfe schreit. Lieber gehe ich leise unter. Während ich auf meinem Bett lag und vor mich hin wimmerte, hatte ich immer wieder die Vorstellung wie befreiend es wäre, wenn ich im Krankenhaus liegen würde, keine Schmerzen mehr spüren würde und mein Therapeut kommen würde.

Irgendwann bin ich dann eingeschlafen. Als ich wach wurde, sah ich das ganze Ausmaß meiner Aktion. Eigentlich hatte ich gedacht, waren die Schnitte nicht sonderlich doll. Nun ja..."eigentlich". Sie waren dick, rot, blutig und tief.

Mit der Aktion bin ich wohl wieder einen Schritt zurück gegangen.

5.7.08 20:29


Heute Morgen war ich verkatert wie immer. Die Schnitte haben mich die halbe Nacht nicht schlafen lassen. Aber heute gehts schon besser. Mein Urlaub ist nun auch rum, ab morgen geht die Arbeit wieder los. Ich zähle die Stunden bis zur Therapie.
6.7.08 22:52


Der erste Tag nach dem Urlaub, der erste Tag Arbeit und sofort fuckt mich alles endlos wieder ab. Mit was für "Problemen" ich mich da rum schlagen muss hat in keinster weise was mit der Realität zu tun. So was bescheuertes, ehrlich. Dann wurde ich noch derbe angebaggert und langsam wird mir das echt alles zu viel. Dem guten Herrn laufe ich jeden Tag über den Weg. Er ist lieb und nett- und 18 Jahre älter wie ich!!!!! Die Probleme nehmen kein Ende und wenn ich meinem Psychologen das erzähle gibts noch mehr Probleme. Wo der eh schon immer so scharf auf mein Sexleben ist. Ist doch echt alles ätzend. Jedes mal wenn ich auf Toilette gehe oder mich an oder ausziehe erschrecke ich vor meinen Schnitten am Bein. Ja nee is klar...als wenn ich nicht wüsste, dass sie da sind...
Ich hab eben mein halbes Zimmer auf den Kopf gestellt auf der Suche nach meinem Greenday Album. Musik beim Autofahren brauche ich zum Abreagieren. Ich fahre oft an die 200km täglich und mittlerweile ist das Auto fast der Einzigste Ort wo ich noch richtig entspannen kann.

Noch 2 3 Tage....
7.7.08 21:55


Ich bin so unglücklich. Es tut weh mit jeder Faser meines Körpers. Es tut im Magen weh, es tut im Herz weh und es tut im Kopf weh.
Wo sind die Leute die mir helfen wollen???? WO?????? Sie lassen mich alleine mit dem Gedanken: Ach naja die schafft das schon. Ist ja bis jetzt auch immer gut gegangen. Und was macht ihr wenn es mal nicht gut geht?
Jeder Tag meines Lebens ist ein neuer Kampf. Jede Stunde meines Tagesablaufes wird ein Kampf. Ein Kampf zwischen Extremen. Meine Kollegin hat mich heute gefragt ob ich abnehme. Sie kennt meine Probleme, sie weiß auch, dass ich zunehmen muss. Ich hab zu ihr gesagt, dass ich 2kg zugenommen hab, dass ich fett geworden bin und das ich gerne 5kg wieder abnehmen würde.
Ich möchte ans Meer. Am liebsten nach Dänemark. Das Meer ruft bei mir ganz viele widersprüchliche Gefühle hervor. Fernweh, Respekt, Freude und Freiheit gehören dazu. Ich würde jetzt so gerne im Sand spazieren gehen. Ich möchte frei sein.
7.7.08 22:39


Gestern Abend 22:08 Uhr. Ich liege im Bett. In MEINEM Bett. LEIDER. Ich wüsste ein Bett wo ich lieber wäre. Viel lieber. Aber das bleibt vorerst noch mein trauriges Geheimnis.
8.7.08 17:57


Ich hab von MIttwoch an bis heute mit schweren Herzrhytmusstörungen im Krankenhaus gelegen- übers WE bin ich entlassen, Montag und Dienstag muss ich wieder hin. Näheres später.
12.7.08 12:40


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