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Alptraum oder Wirklichkeit?

Ich komme langsam zu mir. Mein Kopf brummt. Ich fühle mich kraftlos und k.o. Unter großer Anstrengung öffne ich die Augen- und mache sie direkt wieder zu. Um mich herum ist Blut. Blut auf dem Bettlaken, Blut auf den Taschentüchern...erst jetzt fällt mir auf, dass ich was in der Hand habe. Ich öffne nochmal die Augen auch wenn ich weiß, dass ich das eigentlich nicht sehen will. Eine Rasierklinge- voll mit Blut. Ich lege sie aus der Hand. Ich kann nicht klar denken. Langsam fallen mir die Augen wieder zu. Ich will das nicht sehen. Ich schlafe weiter.

Eine Stunde später werde ich erneut wach. Diesmal geht es mir ein bisschen besser. Mein Kopf hämmert als wenn ich total besoffen wäre. Alle Glieder sind schwer. Aber ich bin etwas klarer im Kopf. Ich öffne die Augen und betrachte im liegen und ruhig das Massaker um mich herum. Bloß nicht panisch werden denke ich mir. Ich bewege beide Arme. Keine Schmerzen. Ok...nun das rechte Bein. Auch ok. Aber wo ist das linke Bein? Ich spüre nichts. Ich richte mich halb auf. Mein Blick fällt auf den Spiegel am Kleiderschrank gegenüber. Ich bin blass, verheult, zerwuschelt. Mein linkes Hosenbein ist hochgekrempelt - und das was ich da sehe, will ich lieber nicht sehen. Mein Herz rast. Ich gucke an die Decke. Ich hab das Gefühl ich muss mich übergeben. Nicht in Panik geraten ermahne ich mich. Ruhig bleiben. Ich setze mich hin. Und gucke an mir runter. Es geht nicht, ich kann nicht ruhig bleiben. Ich will weglaufen und schaffe es immerhin die 3m bis ins Badezimmer. Hinkend. Dort lasse ich mich auf die kalten Fliesen fallen. Ich kriege keine Luft. Ich versuche zu erbrechen. Es geht nicht. Ich muss ruhig bleiben.Als ich mich etwas beruhigt habe wage ich den erneuten Blick. Mein linkes Bein ist bis aufs Fleisch aufgeschnitten. Die Schnitte am Schienbein sind am tiefsten. Das Blut ist getrocknet. Ich seh aus als wenn mich jemand niedergestochen hätte.....

Ich verdrehe die Augen. Das hast du ja mal wieder toll hinbekommen sage ich zu mir selber.

Ich versuche mich zu erinnern- was war passiert? Ich hatte Streit. Danach hab ich zur Rasierklinge gegriffen. Und dann? Blackout. Dann hab ich wohl wie eine Irre geschnitten. Auf meinem Bein sind locker über 100 Schnitte, es gibt kaum einen cm der noch ganz geblieben ist.

Ich beseitige so gut es geht das Schlachtfeld in meinem Zimmer, ohne das es jemand mitbekommt.

Die Katerstimmung hält auch einen Tag später noch an, als ich wie in Trance bei meinem Psychologen anrufe und um einen vorzeitigen Termin bitte und als ich in der Apotheke verbandsmaterial kaufe.

Borderline.....leider im Moment wirklichkeit.

10.5.08 15:34


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8. Therapiestunde

Ich bin völlig abgehetzt. Um 14 Uhr war die Schule aus. 70km bis nach Hause. Tanken, Stau, Baustelle...und um 15:45 mein Termin bei meinem Psychologen.

Völlig kaputt komme ich um 15:40 an der Praxis an. Das meine Termine grundsätzlich außerhalb der Sprechstunden stattfinden, daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Alles andere ist jedes mal ein lotteriespiel.

2,5 Monate ist es jetzt her, dass ich zum ersten Mal dort war. Seitdem ist einiges passiert. Ich hab Verdacht auf Borderline in einem schweren Stadium. Zudem starke Suizidgefahr und eine Essstörung. und alle Leute um mich herum sehen meine Lage ernster wie ich.

Ich bin gereizt als ich die Praxis betrete. Meine Lehrerin in den letzten drei Stunden hat mich genervt und die Autofahrt erst recht. Die Tür ist offen, mein Psychologe sitzt am Schreibtisch. Er hört mich kommen, steht auf, gibt mir die Hand und macht hinter mir zu.

Die erste Frage ist, ob ich heute nicht aus meinem "verhassten" Lebenslauf vorlesen möchte. Ich bemerke genervt, dass ich den wohl offensichtlich nicht dabei habe (ich bin nur mit Autoschlüssel in die Praxis gekommen). Er lacht und meint das hätte er schon gesehen. Dummerweise hab ich das Gefühl mich entschuldigen zu müssen.

Ich soll- wie immer zu Beginn- meine Stimmung einschätzen. Genervt maule ich ein -5, was schon regelrechte Hochstimmung bei mir bedeutet. Er holt ein Blatt Papier heraus, zückt seinen Stift und sagt dann nur: "Ich höre!" ich bin genervt. "Was wollen Sie hören? Warum -5?" er: "Das ist mir egal. Ich sitze jetzt hier und höre zu und Sie erzählen!" ich schweige. WAS soll ich erzählen? Ich erzähle ihm, dass ich nicht geschnitten habe, als mein Freund letzte woche 4 Tage weg war. Da war ich sehr stolz auf mich.

Er fragt mich ob das tatsächlich mein Verdienst gewesen sei, oder ob ich einfach Glück gehabt hätte. Ich starre ihn an. Bitte? Natürlich war das mein Verdienst! Das werfe ich ihm auch so an den Kopf. Er meint er wäre ja nach meiner Ankündigung mich zu schneiden ja schon fast enttäuscht, dass ich es nicht getan habe. Ich überlege kurz aufzustehen und zu gehen, lass es dann aber sein.

Wir reden über meinen letzten starken Rückfall. Er fragt mich was ich mit der Rasierklinge gemacht habe, nachdem ich mich geschnitten habe. Ich: "Weg tun!" er: "Was heißt weg tun?" ja was soll das schon heißen? Ich: "IN DEN MÜLL!" er: "Damit sich der nächste dran schneidet?" jetzt wirds mir zu bunt. Ich: "Ja irgendwohin muss ich damit ja oder?" er grinst und meint: "Ja ist ja auch ok. Nur damit sie sich beim nächsten mal keine Blutvergiftung holen!" dann fragt er mich wie aktuell meine Tetanusimpfung ist. Schließlich mustert er meine Arme, da ich kurzärmlig dort sitze. Ich tuihm nicht den Gefallen und zeige sie ihm. Er meint die würden doch ganz gut aussehen. Verienzelt kann man Striemen erkennen, aber keine richtigen Narben. Der letzte Rückfall am Arm ist ca. 4-5 Wochen her. Ich bemerke, dass man es aber schon sieht und er meint im Vergleich zu seine Patienten auf der geschlossenen Anstalt wäre das harmlos. Ok....

Wir reden über die Beziehung zu meinem Freund. Wie glücklich ich bin, womit ich unglücklich bin. Er meint immer dann wenn ich mich schneide habe ich sozusagen den Zug verpasst. Er fragt mich wann ich das letzte Mal Zug gefahren bin. Vor zwei wochen. Und dann wann ich das letzte Mal den Zug verpasst habe. Ich: "Noch nie" Natürlich weiß ich wodrauf er hinaus will. Natürlich weiß ich, dass ich eigentlich jetzt einen Zeitpunkt nennen sollte. Den Gefallen tu ich ihm aber nicht. Er durchschaut mich. "Jetzt spielen Sie wieder diese Machtspielchen, das was Sie so gut können. Sie wissen genau wodrauf ich hinaus will und entweder Sie spielen mit oder Sie denken sich was besseres aus!" ok, ich hab keine Lust mehr und spiele mit. Seine Argumentation ist meiner Meinung nach zu schwach. Ich rede dagegen, ich widerspreche.

Am Ende spricht er mit mir über meinen willen die krankheit zu besiegen. Ich sage: Ich will nicht immer...er guckt mich an und meint: Sie wollen im Moment noch gar nicht, das müssen Sie mir nicht sagen!

Ich bin baff. Er weiß es. Ich kann aus diesem Rausch nicht raus. Der Gedanke nicht mehr schneiden zu können schürt die Panik in mir. Er weiß das. Und er meckert nicht. Er ist weiterhin für mich da. DANKE hierfür.

Der nächste Termin....am 05.06. erst...ich kriege einen halben Schock als ich das sehe. Er sieht meinen Blick. Er fährt für eine Woche weg, nach Nepal. Und was macht er? Er schreibt mir die Adresse vom Hotel auf einen Zettel und gibt ihn mir. Ich grinse. Ich würde niemals in Nepal anrufen, aber es zeigt, im Notfall ist er für mich da.

Er meint er sei gespannt wie die vier wochen bei mir verlaufen. Ja das bin ich auch. Ich habe Panik bei dem Gedanken nun 4 wochen auf mich gestellt zu sein. Niemand der mir im Notfall hilft...

10.5.08 15:52


Das erste Mal....

Es war der Abend nach der ersten Therapiestunde.

 

Mir geht es zu dem Zeitpunkt sehr schlecht. Ich habe seit einer Woche Streit mit einer sehr wichtigen Person. Ich bin mit den Nerven so ziemlich am Ende. Die erste Therapiestunde die mich total aufgewühlt hat tut ihr übriges dazu.

In dem Moment bin ich am verzweifeln. Ich muss schmerzen spüren. Ich MUSS einfach. Bis jetzt habe ich mich eher oberflächlich verletzt. Kratzer die man 1-2 Tage sah aber nichts dramatisches oder lebensgefährliches. Ich versuche es erneut. Ich kratze mit einem stumpfen Gegenstand über meinen Arm. Leider wirkt das diesmal überhaupt nicht.

Ich bin total am Ende. Ich hab Schmerzen, die sich nicht erklären lassen. Ich versuche mich zu sammeln, aber es geht nicht. Alles bricht vor meinen Augen zusammen, es gibt keinen anderen Ausweg. Ich nehme eine Rasierklinge zur Hand.

Ich überlege nicht, ich zögere nicht. mit voller wucht mache ich meinen ersten schnitt. zunächst sieht man nichts. der schnitt bleibt weiß. ich schneide und schneide den ganzen linken arm bis zum oberarm. als der linke arm voll ist, kommt der rechte dran. da bemerke ich, die schnitte färben sich blutig, es fängt an zu bluten. ruhe breitet sich in mir aus. die schnitte in der haut lassen den druck heraus.

es ist die pure verzweiflung. ich weiß nicht wie es weitergehen soll, ich seh keine perspektiven mehr. endlich lässt der druck nach. ich lege die rasierklinge weg und betrachte mein werk.

sofort breitet sich mehr verzweiflung aus. die erste therapiestunde grade hinter mir und dann das? na super....

 die schnitte haben 5 wochen gebraucht um zu verheilen. auch heute- fast 3 monate danach, sieht man noch narben.

das war es also...mein erstes mal mit einer rasierklinge.  

11.5.08 09:11


Angst

Meine Eltern sind heute für 10 Tage in den Urlaub gefahren, mein Psychologe ist ebenfalls für eine Woche weg.

Ich hab Angst. Sollte ich jetzt einen Rückfall bekommen ist niemand da, der mich auffängt, niemand der mir hilft.Ich bin alleine....

11.5.08 09:12


Zum Nachdenken über SVV

Zum Nachdenken über SVV:


Achtung: Bevor du den ersten Schnitt tust, denke hier
ran:
Du wirst süchtig nach deinem Blut und nach der
Befreiung durch Schmerz.

Auch, wenn du denkst, du kannst ein paar kleine
Schnitte machen, die nicht
tief sind und schnell heilen...
Sie werden tiefer werden.
Sie werden Narben bilden.
Manchmal wird es Monate brauchen, bis sie heilen.
Und Jahre, bis die Narben verblassen.
Wenn du denkst, du kannst das Ritzen auf einen
Körperteil beschränken,
liegst du falsch.
Es wird sich weiter ausbreiten, wenn die freie Haut
aufgebraucht ist.

Mach dich bereit, dich vor anderen zurückzuziehen und
dich ununterbrochen zu
schämen.
Selbst, wenn du die ehrlichste Person bist, die es
gibt...
Du wirst dich dabei erwischen, die Menschen anzulügen,
die du liebst.
Du wirst vor deinen Freunden zurückschrecken, wenn sie
dich berühren, als
wären ihre Hände in Gift getaucht.
Du wirst Angst haben, sie könnten etwas unter deiner
Kleidung fühlen, weil
es so wehtut, berührt zu werden.

Mach dich bereit, dein ganzes weiteres Leben übers
Ritzen nachzudenken...
Übers Ritzen und darüber, es zu verstecken.

Du wirst lernen, wie du deine Wunden zu versorgen hast,
so dass
du tiefer und tiefer gehen kannst, ohne in direkte
Gefahr zu kommen.
Und je besser du wirst, deine Wunden zu versorgen...
...desto tiefer werden die Schnitte.

Du wirst dich selbst belügen und versuchen, es zu
rechtfertigen, wenn du
dich dabei erwischst, dein ganzes Geld in der Apotheke
auszugeben.
Dein Herz wird rasen vor Angst, jedes Mal, wenn du an
der Kasse anstehst.
Klammerpflaster... Desinfektionsmittel... Antibiotic
Creme... Mullbinden...
Narbenpflaster...
Du wirst ungeduldig von einem Bein auf das andere
wechseln, in der Hoffnung,
dass die Schlange schnell weitergeht und dich niemand
anschaut und sich
fragt, wozu du das alles brauchst.
Und gleichzeitig wirst du heimlich hoffen, dass es
jemand bemerkt...
Jemand, der auch in der Schlange steht, mit den
gleichen Sachen zu kaufen.
Jemand, der es versteht...
Aber das wird nie passieren - natürlich nicht.

Aber medizinische Versorgung wird nicht das einzige
sein, was deinen
Geldbeutel erleichtern will.
Mach dich bereit, dich komplett neu einzukleiden.
Langärmelige Shirts, lange Hosen und Röcke, Stulpen,
breite Armbänder, dicke
Strumpfhosen, ...
Die Liste ist endlos.

Du wirst anfangen, die Leute um dich alle in einer
neuen Art zu sehen.
Ihre Körper nach allen möglichen Anzeichen von SVV
absuchen.
Zu hoffen, dass du jemanden siehst, der ist wie du,
damit du dich nicht so
schrecklich alleine fühlst.
Du wirst vielleicht nichtmal darüber nachdenken, wenn
dein Blick ihre
Handgelenke und Arme streift.
In der Hoffnung, sie mögen so sein wie du.
Aber das sind sie nicht.
Du wirst ihre verschonten Arme sehen und dich sehr
schämen und alleine
fühlen.

Du wirst anfangen, sehr viel alleine zu unternehmen.

Du musst deine Wäsche immer ganz alleine waschen, dass
niemand die
Blutstreifen auf deiner Kleidung und den Handtüchern
sieht.
Du wirst immer wieder alles vom Blut befreien.
Deinen Badezimmer-Boden abschrubben.
Deine Tastatur abwischen.

Du wirst irgendwann nicht einen Tag aushalten, ohne
dich zu verletzen.
Der nächste Schritt wird sein, dass du dich auf einer
öffentlichen Toilette
wiederfindest, eine Wunde öffnend mit einer Nadel, die
du für Notfälle in
deinem Portmonait mit dir trägst.
Und wenn du wirklich verzweifelt bist, dann wird alles
zum Werkzeug...
Scheren, ein Autoschlüssel, Nadeln, Heftzwecken... oder
sogar ein
Kugelschreiber.
Es ist egal, was es ist, wenn du den Schmerz wirklich
brauchst, findest du
etwas zum Ritzen.

Sad byebye zu den Dingen, die dir wichtig waren.
Sachen wie kurze Röcke und Sandalen tragen, t-shirts,
bikinis...
Ein ganz normaler Sommertag am Strand oder im
Schwimmbad wird für dich eine
weit entfernte Erinnerung werden.

Mach dich bereit, zu kneifen.
Weil genau das wirst du tun: dich kneifen und kneifen.
So sehr, dass deine Arme aussehen, als hättest du Flöhe
oder eine böse
Hautkrankheit.

Du wirst ein Experte werden, was deinen Körper
betrifft, während du ihn
vorsichtig zerstörst.

Du wirst vom Ritzen träumen.
Du wirst davon träumen, dass es jemand bemerkt.
Es wird dich Tag und Nacht jagen, diese Vorstellung,
und sich in dein Leben
fressen.

Du wirst dir wünschen, nie den ersten Schnitt gemacht
zu haben, denn während
du dein selbstverletzendes Verhalten so sehr hasst...
...so wirst du es gleichzeitig lieben und nichtmehr
ohne es leben können.
Schmerz -ist- eine Sucht.
11.5.08 15:22


Achtung triggert

Warnhinweis:

Diese Seite beschäftigt sich u.a. mit dem Thema Selbstverletzung. Wer anfällig für so etwas ist sollte diese Seite umgehend wieder verlassen. 

11.5.08 20:09


Freundschaft

Es gibt Sachen die man nicht mehr gut machen kann.

Ich hab immer gesagt, dass er mich eines Tages im Stich lassen wird, dass er gehen wird, weil er es mit mir nicht mehr aushält. Er wollte mir das nicht glauben.

Es wurde immer schlimmer. Ich hab ihn bedrängt, hab Streit provoziert, hab schlimme Sachen gesagt. Zig mal hat er mir verziehen.

Einmal dann nicht mehr. Es war ein bisschen zu viel und ein bisschen zu heftig.

Es war die beste Freundschaft die ich hatte. Ich musste mich nicht verstellen, ich konnte vertrauen.
Und am Ende hat meine Krankheit gewonnen.

Seit diesem Tag sind alle Hemmungen gefallen. Ich hab mich das erste Mal mit einer Rasierklinge geschnitten. Für wen soll ich mich noch zurück halten? Für mich? Wenn ich mich selber hasse? Wohl kaum....ich hab keinen Halt mehr.

Jeden Tag könnte ich mich schneiden für das, was ich da angerichtet habe. Ich würde alles anders machen, aber es geht nicht mehr...du willst nicht mehr.

Ich würde dafür sterben, wenn ich dich als Freund zurück bekommen könnte.

12.5.08 11:04


Der letzte Eintrag galt einem sehr sehr guten Freund von mir. Wir haben uns im Februar gestritten und seitdem so gut wie keinen Kontakt mehr.

Allein das Schreiben von dem Text eben hat mich so getriggert, dass ich kurz davor war zu schneiden, weil diese Wut und Trauer unerträglich wurde.


Ich hab eben bei meinem Psychologen angerufen und mir die Bandansage angehört, nur damit ich weiß wie lange die Praxis zu ist und ich etwas ruhiger werde.

Ich merke schon wieder wie sich da Unruhe in mir anstaut. Ich hoffe ich schaffe es die los zu werden.


Auf der anderen Seite hallen die Worte von meinem Psychologen noch im Kopf...er sei enttäuscht, dass ich mich nicht geschnitten habe? Er sei GESPANNT wie ich die nächsten 4-5 wochen ohne therapie überstehe? Tja warum sollte ich ihm nicht zeigen das ich es auch besser kann? Das ich schneide?

Ich glaube das ist nicht der Effekt, den eine Therapie haben sollte. Aber so wirkt es im Moment auf mich.

12.5.08 11:18


 

 

Sie klopft leise an und tritt laut ein. Sie kümmert sich nicht drum, ob sie erwünscht ist oder nicht. Sie zeigt keine Scheu.

Ich merke wie sie von hinten ihre Hand auf meine Schulter legt. Ich versuche sie abzuschütteln. Es geht nicht. Sie krallt sich fest und lächelt. "So alleine?" "Heute wieder Stress gehabt? Ich weiß da was!"

Ich sage sie soll gehen, doch ihre Gedanken sind bereits in meinem Kopf. "Ich seh doch es geht dir schlecht- ich weiß da was!" Nein nein ich will das nicht, aber sie lacht nur.

Sie lacht mich aus. "Sieh dich doch mal an, hör dir doch mal zu. Du bist es nicht Wert, du bist nichts wert!" ich halte mir die Ohren zu, will das nicht hören, fange an zu frieren.

Ich werde wütend, fange an zu weinen und schreie sie an, das sie gehen soll. Sie bleibt. Sie hat mich nun fest in ihrem harten kalten Griff. Sie präsentiert mir meine Rettung- scharf und blinkend auf einem Tablett.

Ich nehme die Rasierklinge, streiche behutsam über die Kante, streife damit ein, zwei mal die Haut, nur ganz sachte. Ich werde langsam ruhiger. Nun kann mir nichts mehr passieren.

Sie lacht mich aus, immer lauter. Sie fragt mich ob ich mich selbst das nicht trauen würde- ob ich selbst dazu zu feige sei- mir eine Klinge in den Arm zu schneiden.

Ich denke an meine Freunde und die Leute denen ich versprochen habe es nicht mehr zu tun. Sie guckt mich an und fragt hämisch: Und wo sind diese Leute JETZT? Helfen sie dir?
Nein sie helfen mir nicht. Ich bin alleine. Mit ihr.

Mit aller Wut ziehe ich den ersten Schnitt. So fest wie möglich, so tief wie möglich. Noch einer, noch einer, noch einer. Immer weiter. Sie lacht mich immer noch aus. Sie verachtet mich. Sie hasst mich.

Ich schlage den Kopf gegen die Wand, ich will sie nicht mehr hören. "Du kannst mich nicht los werden!"

Langsam wird ihr Lachen leiser. Ihr Griff lockerer. Das Blut läuft vom Arm. Der Druck verschwindet.

An der Tür dreht sie sich noch einmal um. Sie lacht mir ins Gesicht und sagt: Ich komme wieder.

Dann ist alles still. Ich bin alleine. Und was bleibt sind nur die Narben.

12.5.08 20:25


Warum?

Warum ist die häufigste Frage, die einem von seinen Mitmenschen gestellt wird, wenn man ritzt.

Und so ganz kann ich sie selber nicht beantworten. In letzter Zeit höre ich die Frage fast wöchentlich und zwar von meinem Therapeuten. Und siehe da: selbst ich kann darauf nicht wirklich eine Antwort geben. Mein Therapeut meint meine Aussagen zur Selbstverletzung "könnte auch jeder andere machen, der das von Außen gesehen hat- aber Sie waren dabei!"

Es ist ein Schmerz, der irgendwann für mich einen Punkt erreicht, andem ich ihn nicht mehr aushalten kann, andem ich ihn raus lassen muss, an dem ich mich bestrafen muss, wo ich mich abreagieren muss.

Das kann ein Streit sein, das kann Angst sein, das kann Unsicherheit sein und das können Bilder sein die ich nicht verarbeiten kann, z.B. Unfälle oder ähnliches.

Ich kann nicht sagen warum ich es mache. Ich spüre keinerlei Schmerzen wenn ich mich schneide, was die Sache zum einen für mich erträglich macht, zum Anderen aber auch so gefährlich, da ich nicht merke wie tief ich mich schneide. Außerdem befinde ich mich oftmals in einem regelrechten Trancezustand, bis hin zu Atemnot und Ohnmacht wenn es wirklich GANZ schlimm ist.

Spüre ich überhaupt etwas? Manchmal wird es auch einfach zeit, dass ich durch die selbst zugefügten Schmerzen merke: Ah du lebst noch....

Für mich sind das Blut und die Schnitte Ausdruck meiner seelischen Schmerzen. Ich trage sie manchmal mit einem gewissen Stolz durch die Gegend, auch wenn man sie unter den Klamotten nicht sehen kann.

Meine Seele weint rote Tränen....und die Frage ist, ob sie überhaupt aufhört?

13.5.08 20:12


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